Auf deine Frage nach dem Kompetenznachweis, lieber Josh, hier gleich die Antwort:
Die PerLe von Rüdiger Ivan, Mitglied der HOLLA (https://www.holistischepaedagogik.de/about-5),,) wurde im Abitur des Saarlandes praktiziert und wird gegenwärtig in Waldorfschulen von Schwäbisch Gemünd und bei Azubis in Unternehmen in Baden Württemberg angewandt.
Während ‚normalerweise‘ ein Kompetenzraster von außen abgefragt wird, fokussiert die PERLE auf die eigene Erfahrung des Prüflings im Lernprozess. Die Kompetenz wird also nicht von Prüfern zugeschrieben, sondern vom Lerner selbst demonstriert, der seinen authentisch erlebten Lernprozess darstellt, reflektiert und seine Kompetenz damit selbst explizit macht. So ersetzt die PerLe die Bewertung durch Selbsterweis. Es gilt also nicht: „Du hast Level B2", sondern „Ich belege, was ich gelernt habe und was ich kann.".
Zum Vorgehen in einer Prüfungssituation:
Schritt 1: der Lernvorgang wird beschrieben, aus dem die Fach- und Methodenkompetenz hervorgeht.
Schritt 2: zur Selbstreflexion: Auf die Frage: „Was hat das in dir ausgelöst? Was war das Besondere?" antwortet der Prüfling zum Beispiel: „Ich bin stolz, weil ich vorher nicht wusste, wie man das macht. Ich habe es mir dann sehr schnell von dem Meister abgeschaut und mache es nun so wie er." Hier wird Selbstkompetenz sichtbar: Selbstwirksamkeit, Lernbereitschaft, Beziehungsfähigkeit.
Schritt 3 Sense-making: „Was sagt das über dich aus? Welche Fähigkeit hast du dabei gezeigt?" Hier formuliert der Lernende seine Kompetenz selbst. Beispiel: „Ich kann gut beobachten, über dir richtige Methode und entsprechende Werkzeuge entscheiden und eigenständig umsetzen. Ich kann Wissen aus Beziehungen mit meinen Lehrern nutzen."
Für Außenstehende, z.B. künftige Arbeitgeber/ Prüfer, werden so Kompetenzen sicht- und verstehbar.